Helmut Schmidt
Journalistenpreis 2017

Unter 191 Bewerbungen wählte die hochkarätig besetzte Jury die aus ihrer Sicht besten aus. Der von der ING-DiBa ausgeschriebene Preis, für den der verstorbene frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt die Namenspatenschaft übernommen hatte, wird in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen. Ziel ist es, hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus zu würdigen.

Dies sind die Gewinner des Helmut Schmidt Journalistenpreises 2017

Den ersten Rang belegen Till Krause und Hannes Grassegger mit ihrer im SZ-Magazin erschienenen Reportage #insidefacebook, in der sie über die Arbeit der Menschen im Löschzentrum für Facebook berichten. Darin schildern sie unter anderem, mit welchen brutalen und menschenverachtenden Videos und Bildern die Mitarbeiter dabei konfrontiert werden. Sie geben dem Leser Einblicke in eine „verschlossene Welt mit grauenerregenden Jobs“.

Der zweite Preis geht an Lutz Ackermann, Benedikt Becker, Manuel Daubenberger, Philip Faigle, Karsten Polke-Majewski, Felix Rohrbeck, Christian Salewski und Oliver Schröm für ihren Beitrag „Milliarden aus der Staatskasse: Die Steuerräuber“. Die Autoren erläutern in diesem Stück, wie Banker, Berater und Anwälte mit sogenannten Cum-Ex-Steuergeschäften den Staat ausplünderten. Das Thema wurde crossmedial sowohl in der „Zeit“ und „Zeit-online“ als auch in einem Film in der ARD-Sendung „Panorama“ aufgegriffen.

Der dritte Preis wurde von der Jury gleich zweimal vergeben. Zum einen an Karsten Krogmann, der in der Nordwest-Zeitung den Beitrag „Abgehoben – die Geschichte der EWE-Krise“ veröffentlichte. Im Mittelpunkt stehen der Oldenburger Energieversorger EWE und dessen ehemaliger Vorstandsvorsitzender sowie eine umstrittene hohe Spende an die Klitschko-Stiftung in der Ukraine.

Ebenfalls mit dem dritten Preis prämiert wurden Svea Eckert, Jasmin Klofta und Jan Lukas Strozyk für ihre NDR-Produktion „Nackt im Netz: Millionen Nutzer ausgespäht“. Sie berichten, wie multinationale Unternehmen mit den Daten von Internetnutzern ein Milliarden-Geschäft machen.

Erstmals wurde in diesem Jahr der Helmut Schmidt Nachwuchspreis für Journalisten bis 30 Jahre vergeben. Die Jury hat unter diesen Bewerbern drei Finalisten ausgewählt. Die Gewinnerin wurde auf der Preisverleihung am 26. Oktober in Frankfurt per Live-Voting bestimmt. Gewonnen haben Vanessa Wu und Caroline Wiemann mit ihrem Artikel "Abschottung 4.0" in der Wochenzeitung "Freitag".